Startseite Aktuelles aus Wolfegg
Tor zum Allgäu folgen:  twitter    facebook_1   blogger

Die Schwabenkinder - ARBEIT IN DER FREMDE

schwabenkinderMuseen aus fünf Ländern bieten dieses Jahr Ausstellungen zu dem Phänomen der „Schwabengängerei“

Wolfegg (BHM) - Arbeitsmigration in unserem alpenländischen Raum ist ein sozialgeschichtliches Phänomen, das bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Eine besondere Form hierbei bildeten die saisonalen Wanderungen von Kindern armer Bergbauernfamilien aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol, Liechtenstein und der Schweiz - die Schwabenkinder. Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zogen diese als „Schwabenkinder“ bezeichneten Kinder ins nördliche Hinterland des Bodensees, um auf den so genannten „Hütekindermärkten“ als Saisonarbeiter an oberschwäbische Bauern vermittelt zu werden.

Ein von der EU grenzübergreifend gefördertes Projekt begibt sich auf deren Spuren und verbindet die Herkunftsgebiete der Kinder aus dem Alpenraum mit deren ehemaligen Arbeitsstätten in Oberschwaben. Partner des Projektes sind Museen und Kultureinrichtungen in Oberschwaben, Vorarlberg, Tirol, Graubünden, Liechtenstein und Südtirol. Als verbindendes Element dazu werden die historischen Wege der Schwabenkinder markiert. Auf den ehedem, meist beschwerlichen Routen der Schwabenkinder führen diese über die Alpen nach Oberschwaben und laden zum Nachwandern ein. Eigens hierfür erscheinen themenspezifische Wanderführer. Autor dieser „Wanderlesebüchlein“ ist Elmar Bereuter, von ihm stammt auch der Erfolgsroman „Die Schwabenkinder “.

Das für das Projekt federführende Bauernhaus-Museum in Wolfegg zeigt ab dem 24. März in zwei historischen Gebäuden, in der Zehntscheuer und im Blaserhof, in verschiedenen Themenräumen sowie auf dem Museumsgelände eine umfassende Ausstellung zu dem Phänomen der Schwabengängerei. Durch spannende und eindrückliche Exponate sowie unterschiedliche Schwabenkinderbiographien mittels Audioguide, können die Besucher die unterschiedlichen Schicksale der Schwabenkinder selbst nachfühlen.

 

Zur Geschichte der „Schwabengängerei“

schwabenkinderDie frühesten Quellen für eine Kinderwanderung aus den Alpen nach Oberschwaben auf der Suche nach Arbeit reichen ins 17. Jahrhundert zurück. Am 2. September 1625 berichtet der Pfleger auf Schloss Bludenz, Johann Conrad Kostner, an die Regierung in Innsbruck. Darin schreibt er über das Montafon: „wol ziehen alle Jahr zu Frühlingszeiten viel Kinder auf die Hüt nacher Ravensburg, Überlingen und ins Reich hin und wieder, welche aber vor und nach Martini zu Hause kommen.“

Diese seit dem 17. Jahrhundert bekannte und alljährliche Kinderwanderung erreicht ihren Höhepunkt erst Anfang des 19. Jahrhunderts, als vermutlich einige Tausend Kinder aus den Alpen nach Oberschwaben kamen. Schätzungen gehen von über 4000 Kindern jährlich aus.

1836 schreibt der Vorarlberger Kreishauptmann Ebner über das Montafon, dass bekanntlich die halbe Bevölkerung zeitlich auswandere und spricht von 700 Kindern, die allein aus dem Montafon wegziehen. Grund für die erhöhte Quote an saisonaler Auswanderung war u.a. ein Strukturwandel in der Landwirtschaft der Alpengebiete. Eine Klimaverschlechterung Anfang des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen Missernten hatte u.a. einen Rückgang des Getreideanbaus zur Folge. Und die damit zusammenhängende wirtschaftliche Verschlechterung traf ungünstig mit einem Bevölkerungsüberschuss zusammen. Eine gleichzeitig einsetzende Umstellung auf Viehwirtschaft versprach im Bergland auf kargen Böden steigenden Geldbetrag. Diese weniger arbeitsintensive Viehwirtschaft setzte allerdings auch viele Arbeitskräfte frei, denen vielfach nichts anderes übrig blieb, als im Ausland nach Arbeit zu suchen. Gebraucht wurden diese Arbeitskräfte – Erwachsene und Kinder – auf den größeren Betrieben in Oberschwaben, die u. a. nach der Vereinödung großen Arbeitskräftebedarf hatten. Die um die Mitte des 18. Jahrhunderts beginnende Vereinödung, dabei wurden Flurstücke zusammengelegt und das dörfliche Gemeinschaftsland aufgeteilt, vermehrte die Anzahl kleiner Weiler und von Einzelhöfen. Insbesondere ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, als immer mehr oberschwäbische Landarbeiter und Dienstboten in die Städte abwanderten, bestand eine große Nachfrage nach Tiroler und Vorarlberger Hütekindern.
Auf den teils sehr beschwerlichen Weg machten sich Jahrhunderte lang Kinder aus Vorarlberg, Tirol, Graubünden und Südtirol. Alljährlich trafen die Kinder dabei Anfang März in Oberschwaben ein und hatten dann bis zu 250 Kilometer hinter sich gebracht. Bis zum Bau der Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Strecken fast ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Im zeitigen Frühjahr und auch bei der Rückkehr im Spätherbst waren diese Wege besonders beschwerlich, da die Kinder mit allerlei Naturgewalten zu kämpfen hatten: Schnee, Schmelzwasser, Sturm, Lawinengefahr. Dazu kam die für die Witterungsverhältnisse ungenügende Ausrüstung. Meist trugen sie ihre wenige Habe in zu Rucksäcken umfunktionierten Kartoffelsäcken auf dem Rücken.

Die Vermittlung erfolgte meist Mitte März auf so genannten „Hütekindermärkten“. In Ravensburg war einer der wichtigsten Märkte.

Gebraucht wurden die jungen Saisonarbeiter für vielerlei Arbeiten: Im Stall, auf dem Feld, die Mädchen im Haushalt. Begonnen hat der Arbeitsalltag früh, meist um halb 5, geendet hat er sehr spät, besonders in der Erntezeit, manchmal nicht vor 23 Uhr. So wurde der chronische Schlafmangel für die Kinder eines der Hauptprobleme, mit denen sie zu kämpfen hatten. Regina Lampert, ein ehemaliges Schwabenkind, berichtet in ihrer Autobiographie über ihren Arbeitsalltag in Oberschwaben. Zu ihren Aufgaben gehörte, als sie 1864 in Berg in der Nähe von Friedrichshafen als Hirtenkind angestellt war, das Gänsehüten, auch das Gänserupfen, das ihr nicht viel Freude bereitete. Sie sagte darüber: „An der ersten hatte ich fast einen halben Tag, bittere Tränen habe ich geweint, bis ich endlich gemerkt habe, wies geht.“ Außerdem war sie Kindsmagd und Küchenhilfe. Damit sie überhaupt an die Töpfe kam beim Kochen, hat ihr der dortige Knecht einen langen Schemel rund um den Herd gebaut.

Das Urteil über gute oder schlechte Dienstplätze bemaß sich oft an der Güte und Menge des Essens und dem Maß an Integration in die Familie des Dienstherrn. Viele Schwabenkinder schwärmten noch im Alter von den großen Portionen Krautspätzle, reichlich Milch, Brot und Habermus sowie der abwechslungsreicheren Kost in Oberschwaben. Andere hingegen machten bittere Erfahrungen, zu wenig oder schlechtes Essen oder gar Misshandlungen durch die Bauersleute oder Knechte.

Die Schwabenkinder kamen fast alle aus kinderreichen Familien, deren Lebensgrundlage nicht für alle Familienmitglieder ausreichte. Alternativen zur Auswanderung gab es kaum, denn aufgrund der geographischen Lage in den engen Alpentälern entwickelte sich Handel und Industrie relativ spät. Erst Ende des 19. Jahrhunderts entstanden Arbeitsplätze im großen Stil durch den Eisenbahnbau, die den Rückgang der saisonalen Arbeitsauswanderung bewirkte. Bereits um 1900 kamen nur noch wenige Kinder aus Graubünden, 1915 verbot die Tiroler Regierung generell die Auswanderung der Kinder, lediglich aus dem nahe gelegenen Vorarlberg kamen Kinder bis zum 2. Weltkrieg nach Oberschwaben bzw. ins Allgäu.

Wandern auf den Spuren der Schwabengänger

karte_schwabenkinderEs waren die Zeiten bitterer Armut, die viele Bewohner aus dem sprachigen Alpenraum über Jahrhunderte hinweg dazu zwangen, ihren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Im 19. Jahrhundert erlebte das  „Schwabengehen“ seinen Höhepunkt. Die Not war so groß, dass selbst Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren über den Sommer ins Schwabenland verschickt wurden. Zu Tausenden zogen sie vornehmlich aus den ärmlichen Bergregionen Vorarlbergs, Süd- und Nordtirols, der Schweiz und Liechtensteins in die Gebiete nördlich des Bodensees. Diese so genannten „Schwabenkinder“, die daheim die blanke Not vom Tisch trieb, wanderten alljährlich im zeitigen Frühjahr in regelrechten Kinderzügen, meist begleitet von einem Erwachsenen oder einem geistlichen Herrn, über die oftmals noch schneebedeckten Alpenpässe zu den so genannten „Hütekindermärkten“ in Oberschwaben, wo sie an reiche Bauern vermittelt wurden.
Die Wege der Schwabenkinder ist ein von der EU grenzübergreifend gefördertes Projekt, indem 27 Museen und Kultureinrichtungen in Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz und Liechtenstein, die ehedem beschwerlichen Routen der Kinder und Jugendlichen rekonstruieren und als Themenwanderweg ausweisen. Diese Wanderwege können in mehreren Etappen von den Herkunftsgebieten der jugendlichen Saisonarbeiter aus auf historischen und landschaftlich beeindruckenden Wegen und Pfaden durch die Alpen nach Oberschwaben erwandert werden. Eigens hierfür erscheinen im Bergverlag Rother themenspezifische Wanderführer. Autor dieser „Wanderlesebüchlein“ ist Elmar Bereuter, von ihm stammt auch der Erfolgsroman „Die Schwabenkinder“. Bereits erschienen ist der Oberschwaben-Führer, der von Bregenz aus zu den Kindermärkten in Friedrichshafen und Ravensburg durch teils ehemalige Dienstorte führt und in Wolfegg endet. Dort vermittelt das Bauernhaus-Museum in einer multimedialen Ausstellung das Phänomen der Schwabengängerei mit all seinen Facetten. Auf dem Weg dorthin weisen Installationen und Kultureinrichtungen auf diese über Jahrhunderte hinweg ungebrochene Tradition hin. Gleichzeitig entdeckt der Wanderer stille und abgelegene Winkel eines Oberschwabens, wie es selbst vielen Einheimischen noch unbekannt sein dürfte. Spätestens im Juni 2012 erscheint der Vorarlberg-Führer. Er zeigt die Wege aus den Herkunftsgebieten Vorarlbergs, beginnend in den angrenzenden Gebieten Tirols und Liechtensteins bis hin zum Bodensee. Wandernd erfährt man an den »Originalschauplätzen« mehr über die damaligen Lebensbedingungen. Die Wege folgen soweit wie möglich den historischen Routen und Übergängen und enden in Bregenz. Die Wanderführer für die Regionen „Tirol-Südtirol“ und „Schweiz-Liechtenstein“ sind ab 2012 erhältlich.

„Die Schwabenkinder“ und „Der Weg der Schwabenkinder“

Wolfegg (BHM) - Die beiden Projekte „Die Schwabenkinder“ und „Der Weg der Schwabenkinder“ befassen sich mit dem sozialgeschichtlichen Phänomen der Arbeitsmigration der Schwabengänger. Bereits seit dem 17. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zogen Kinder zwischen 6-14 Jahren aus den Alpengebieten nach Oberschwaben, um sich auf Hütekindermärkten als saisonale Arbeitskräfte an die dortigen Bauern zu verdingen. In den beiden grenzüberschreitenden und von der EU durch das Interreg-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ geförderten Projekten erforschen 27 Museen, Archive und Kultureinrichtungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Italien das Thema Schwabenkinder, und erarbeiten jeweils eine dauerhaft eingerichtete Ausstellung oder Informationsstelle in deren Einrichtung.

Die einzelnen Museums-Stationen in Südtirol, Tirol, Vorarlberg, Graubünden, Liechtenstein und Oberschwaben werden durch einen Themenwanderweg miteinander verbunden, der die historischen Routen der Schwabenkinder aus den Alpen nach Oberschwaben markiert. Die Schwabenkinderwege können in mehreren Etappen von den Herkunftsgebieten der Schwabengänger nach Oberschwaben auf historischen und landschaftlich spannenden Wegen durch die Alpen erwandert werden.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit setzt sich aus mehreren Projekt-Bausteinen zusammen: Ausstellungen, gemeinsame wissenschaftliche Recherche und Erstellen einer Datenbank, Museumspädagogik, Begleitprogramm, Wanderweg, Wanderführer, Austausch von Informationen und Kontakten.

Themenwanderweg und Wanderführer

Die unterschiedlichen Wanderrouten führen von Südtirol über Tirol und Vorarlberg nach Oberschwaben oder von Graubünden über Liechtenstein nach Bregenz und von dort weiter auf verschiedenen Wegen zum Bauernhaus-Museum Wolfegg. Diese Wege werden in vier regionalen Wanderführern umfassend beschrieben (Oberschwaben, Vorarlberg, Schweiz, Tirol/Südtirol). Verfasser der Wanderführer ist Elmar Bereuter, Autor des Bestseller Romans „Die Schwabenkinder“.

Schwabenkinderdatenbank

Ein zentrales Element des Gesamtprojektes ist die Erstellung einer Schwabenkinderdatenbank. Dazu wurden in den Ortsarchiven des Landkreises Ravensburg sowie des Bodenseekreises Dienstbotenverzeichnisse ausgewertet, die für das 19. Jahrhundert eine dichte Überlieferung zur Geschichte des Schwabengehens zeigen. Dort erscheinen die Schwabenkinder mit Namen, Herkunftsort, Alter und Dienstherr. Die somit erhobenen 14.000 Datensätze von Schwabenkindern wurden von den einzelnen Projektpartnern vor Ort erneut geprüft und durch eigene biographische Datensätze aus den dort vorhandenen Schulakten ergänzt. Den Besuchern der Ausstellungen wird die Schwabenkinder-Datenbank wird mit über 8.000 Biographien, Informationen zu den Kindern und deren Dienstherren in Oberschwabenzugänglich gemacht, ebenso werden die Daten über die Projekt-Homepage zur Verfügung gestellt.

Ausstellung "Die Schwabenkinder" im Bauernhaus-Museum

Ab 24. März ist die Dauerausstellung „Die Schwabenkinder“ im Bauernhaus-Museum Wolfegg zu sehen, die sich über zwei historische Gebäude sowie auf das Außengelände erstreckt. Im Eingangsbereich des Museums, in der Zehntscheuer, zeigen vier Themenräume (Herkunft, Weg, Vermittlung und Alltag) die Geschichte und Geschichten der Schwabenkinder. In den einzelnen Räumen wird die klassische Museumsvermittlung mit Texten und Exponaten dargeboten. Weiters erfährt der Besucher in den Räumen via Audioguide personalisiert jeweils die Geschichte eines Schwabenkindes. Die Projektpartner sowie der Weg sind im Museum auf einer interaktiven Fotowand präsent. Auf festgelegten Fotopunkten, die über den Wanderführer und die projektspezifische Website kommuniziert werden, kann der Wanderer das so bestimmte Motiv fotografieren und das Foto dem Museum übermitteln; dieses wird dann in die Fotowand integriert. In dem 2001 in das Museum translozierten, 300 Jahre alten Blaserhof findet der Besucher zudem die Möglichkeit, sich in einem Geschichtslabor weiter über das Thema Schwabenkinder und Arbeitsmigration zu informieren sowie in der Schwabenkinderdatenbank zu recherchieren.

Zeitgeschichte aktiv erleben - Museumspädagogische Angebote zur Dauerausstellung „Die Schwabenkinder“

Im Rahmen der Dauerausstellung „Die Schwabenkinder“ bietet das Bauernhaus-Museum Wolfegg eine Auswahl museumspädagogischer Vermittlungsangebote für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen an. Basis dieser Angebote ist eine Führung durch die Ausstellung. Ergänzend hierzu fordern verschiedene Mitmachprogramme zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Lebens- und Arbeitsalltag auf, dem sich die Schwabenkinder an ihren Dienststätten stellen mussten. Weiters können in einer „Geschichtswerkstatt“ und der Schwabenkinder-Datenbank, die berührenden Biographien von Schwabenkindern, oder Wissenswertes zum Thema historische Migration eigenständig recherchiert und erarbeitet werden. Ein Museumsquiz mit „Schwabenkind Florin“ lädt zu einem Rundgang über das Museumsgelände. Florin Derungs aus Graubünden lebte vor fast 150 Jahren auf dem Blaserhof, der heute im Bauernhaus-Museum steht. An verschiedenen Stationen auf dem Museumsgelände stellt er den jungen Museumsbesuchern knifflige Fragen aus seinem Alltag als Schwabenkind.

Die Angebote

Ernährung – Ausreichende Ernährung spielte vor allem vor dem Hintergrund der körperlich oftmals harten Arbeit auf den Höfen eine übergeordnete Rolle im Alltag der Schwabenkinder. Nachdem die Teilnehmer selbst Getreide gemahlen und geschrotet haben, bereiten sie in der Küche des historischen Hof Reisch ein typisches „Armeleutegericht“, das fast täglich auf dem Speiseplan der Schwabenkinder stand, zu und verkosten dies. Küchenarbeit gehörte vor allem für die Mädchen unter den Schwabenkindern zu deren täglichen Pflichten.

Alltag – Die Arbeit und der Umgang mit den verschiedenen Nutztieren auf dem Bauernhof war wesentlicher Bestandteil des Arbeitsalltags der jungen Saisonarbeiter. Beim Rundgang durch das Museumsdorf entdecken die Schüler verschiedene Tiere und erfahren Wissenswertes über deren Haltung, Nutzung und Verwertung der Tierprodukte. Bei der Futterzubereitung und beim Melken am simulierten Kuheuter werden die Teilnehmer dann selbst aktiv. Abschließend schnitzen sie einen Hütestab, wie er für die Schwabenkinder typisch war.

Wohnen – Die Schwabenkinder waren unter sehr kargen Verhältnissen auf den Höfen untergebracht. Das Nachtlager war meist ein einfaches Bett in der Knechtkammer oder nur ein Strohsack mit Decke, teils über, oder gar im Stall. Die Teilnehmer können die verschiedenen Arbeitsschritte der Flachsverarbeitung bis zur Herstellung von Leinen anschaulich nachvollziehen – aus diesem Material waren bis zum Aufkommen der Baumwolle nahezu alle Kleidungsstücke oder die Bettwäsche gefertigt. Zum Abschluss fertigen sie selbst ein einfaches Strohkissen.

Schwabenkinder kennen keine Ferien
Zu dem Themenkomplex „Schwabenkinder“ bietet das Bauernhaus-Museum in seinem Ferienprogramm Aktionstage mit zahlreichen Angeboten. Spezielle Schwabenkinder-Tage finden während der Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien statt.

 

BADEN-WÜRTTEMBERG

Bauernhaus-Museum Wolfegg,
„Die Schwabenkinder“
In zwei historischen Gebäuden, der Zehntscheuer und dem Blaserhof, wird die Geschichte der Schwabengängerei umfassend erzählt: In verschiedenen Themenräumen können die Besucher das Schicksal ihres „persönlichen“ Schwabenkindes multimedial erleben. Zusätzlich zeichnen Texte und Exponate ein differenziertes Bild der Hintergründe der Kinderwanderung nach. Eine interaktive Fotowand zeigt den Weg von Südtirol ins Schwabenland, wie die Schwabenkinder ihn einst erlebten und wie er heute als Themenweg nachgewandert werden kann. Ferner bietet ein vielfältiges Begleitprogramm mit Führungen, museumspädagogischen Aktionen, Lesungen und Vorträgen weitere Informationen. Bei einem Quiz für Kinder führt das „Schwabenkind Florin“ durch das Museum.
Ab 24. März 2012
HYPERLINK "http://www.bauernhaus-museum.de/" www.bauernhaus-museum.de

Museum Humpis-Quartier Ravensburg
Die Schwabenkinder und Ravensburg im 19. Jh.
In drei „wundersamen Kammern“ erfährt der Besucher vom beschwerlichen Weg der Kinder, erlebt die beklemmende Situation auf dem Schwabenkindermarkt des 19. Jahrhunderts und macht Bekanntschaft mit Ravensburger Kindheitserlebnissen. Mittels Hörspielen erhält der Besucher Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Kinder.
Seit November 2011
HYPERLINK "http://www.museum-humpis-quartier.de/" www.museum-humpis-quartier.de

Stadtarchiv Friedrichshafen
Ankunft und Hütekindermarkt
Mit den Informationstafeln am Hafen wird die Spätphase des Hütekinderwesens präsentiert: die Ankunft am Hafen und der Hütekindermarkt in der Karlstraße.
Am Hafen frei zugänglich / Seit Mai 2011
HYPERLINK "http://www.friedrichshafen.de/" www.friedrichshafen.de

Hopfenmuseum Tettnang
Schwabenkinder in Tettnang
Die Schwabenkinder in Tettnang, die auch bei der Hopfenernte eingesetzt waren, stehen im Mittelpunkt der kleinen Ausstellung.
Ab Mai 2012
HYPERLINK "http://www.hopfenmuseum-tettnang.de/" www.hopfenmuseum-tettnang.de

VORARLBERG:

Stadtarchiv Bregenz
Durchreise und Einschiffung
Eine Installation am Hafen erinnert an die Bedeutung der Stadt Bregenz als wichtiger Knotenpunkt auf dem Weg der Schwabenkinder.
Ab Herbst 2012 / Am Hafen frei zugänglich

Stadtmuseum Dornbirn
„Uf´m Weag si …“ (Auf dem Weg sein)
Die Schwabenkinder zwischen ihren Heimatorten und dem Schwabenland.
Ab Oktober 2012

Frauenmuseum Hittisau
„Ou d`Schmelga süand ganga“ (Auch die Mädchen sind gegangen)
Das Frauenmuseum zeigt eine künstlerische Installation, die den Mädchen unter den Schwabengängern gewidmet ist.
Ab September 2012

Verein Bregenzerwaldbahn Bezau
„Ga schaffo gau“ (Zum Arbeiten gehen)
Im Bahnhofsgebäude der Bregenzerwaldbahn wird das Thema Arbeitsmigration beleuchtet. Schautafeln und Tondokumente veranschaulichen Herkunfts- und Zielorte sowie den Arbeitsalltag von Schwabenkindern, Gastarbeitern und Pendlern.
Ab 1. Juni 2012

 

Foto und Bericht: Bauernhausmuseum Wolfegg

Kreisverbandsmusikfest in Molpertshaus 2012 - Der Kartenvorverkauf beginnt

Wolfegg-Molpertshaus - Beim Kreisverbandsmusikfest vom 6. bis 9. Juli 2012 in Molpertshaus-Mennisweiler stehen einige tolle Abendveranstaltungen auf dem Programm. Hierfür beginnt jetzt beim Musikverein Molpertshaus der Vorverkauf. Für folgende Abendveranstaltungen sind Karten im Vorverkauf erhältlich:

  • „Dorfrocker“ am 6.7.12 (Freitagabend) zum Preis von 11 Euro (Abendkasse 14 Euro),
  • „Barfuss und Peter Wackel“ am 7.7.12 (Samstagabend) für 18 Euro (Abendkasse 22 Euro).
  •  Ein Kombi-Ticket für diese beiden Abende kostet 24 Euro und ist ausschließlich im Vorverkauf erhältlich.

Weiterlesen...

Wenn Sie unsere Arbeit schätzen, so können Sie hier spenden - Damit auch in Zukunft Tor zum Allgäu weiterentwickelt wird! Herzlichen Dank!
Banner
Banner
Unsere Besucher
mod_vvisit_counterHeute31
mod_vvisit_counterDiesen Monat6169